Das Feiern nicht vergessen!
Andacht zum Jahresbeginn
Der Evangelist Johannes stellt an den Anfang allen Wirkens von Jesus ein Fest: Die Hochzeit von Kana, das findet Pfarrerin Annette Röhrs wunderbar und rät uns allen, das Feiern nicht zu vergessen!

Das Feiern nicht vergessen!
Ich finde es wunderbar, dass ausgerechnet der Evangelist Johannes, der seine Lebensbeschreibung von Jesus doch eher poetisch verschlüsselt beginnt – Sie erinnern vielleicht die Worte: „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort“ – dass ausgerechnet der an den Anfang allen Wirkens von Jesus ein Fest stellt: Die Hochzeit von Kana.
Jesus hält erst einmal keine Predigt, er führt keine gelehrten Gespräche mit anderen Religionsführern, er treibt keine Geister aus und heilt keine Krankheiten, nein, er feiert erst einmal ein Fest – alles andere kommt später.
Am Anfang steht ein Hochzeitsfest, ein Fest der Liebe.
Mit Musik, mit Tanz, mit gutem Essen und Wein in Fülle.
Und Jesus scheint es zu genießen. Er hat erst einmal gar keine Lust, sich irgendwie zu engagieren – der Wein ist alle – was geht mich das an. Aber dann merkt er doch: Es ist tatsächlich an mir zu handeln.
Wenn ich denn weiter auf diesem Fest feiern will.
Wenn ich weiter auf dem Fest des Lebens tanzen will, dann muss ich mit dafür sorgen, dass es gelingen kann. Dann muss ich dazugeben, was mein Vater mir mitgegeben hat für dieses Leben: die Liebe, die Kraft für die anderen. Damit alle teilhaben können am Fest – in Fülle.
Und ein bisschen Show ist auch dabei: „bringt’s dem Speisemeister“.
Als wüsste Jesus nicht, was aus dem Wasser geworden ist.
Mir gefällt dieser jugendlich wirkende, feiernde Jesus.
Das Fest des Lebens feiern. Denn so sollte Leben anfangen: in Freude und Unbeschwertheit. Leben in Fülle. Siehe, es war sehr gut, was Gott am ersten Tag geschaffen hatte.
Und nein, Leben ist nicht immer Fest. Leben ist nicht immer der 7. Tag, an dem alles gut ist. Aber eben auch! Und es wichtig, sich daran zu erinnern.
Und dann auch zu feiern. Mutig und vielleicht auch ein bisschen trotzig mit Blick auf das, was in der Welt geschieht.
Viel Freude dabei! Ihre Pfarrerin Annette Röhrs aus Sinsheim/Dühren


