Rat der Religionen
Im Mai 2022 stellte sich der Rat der Religionen bei einer Veranstaltung der interessierten Öffentlichkeit vor. Der obige Film zeigt Beteiligte und ihr Fazit aus der Zusammenarbeit.
Zur Entstehungsgeschichte:
Noch unter dem Eindruck der Ereignisse von Hanau stehend unterschrieben Vertreterinnen und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, der Christlichen Gemeinschaft Steinsfurt, der Neuapostolischen Kirche, der evangelisch-methodistischen Kirche, der Bahá’í-Gemeinde und der Gemeinschaft des Islam Sinsheim im Sitzungssaal des Rathauses die von ihnen erarbeitete Sinsheimer Erklärung.
Zur Entstehungsgeschichte:
Noch unter dem Eindruck der Ereignisse von Hanau stehend unterschrieben Vertreterinnen und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, der Christlichen Gemeinschaft Steinsfurt, der Neuapostolischen Kirche, der evangelisch-methodistischen Kirche, der Bahá’í-Gemeinde und der Gemeinschaft des Islam Sinsheim im Sitzungssaal des Rathauses die von ihnen erarbeitete Sinsheimer Erklärung.
Diese Erklärung ist das Ergebnis eines zweijährigen Vorbereitungsprozesses. Die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe trafen sich abwechselnd in den Gemeinderäumen der teilnehmenden Gemeinden, informierten sich gegenseitig über Glaubensinhalte und Gemeindeleben und arbeiteten anschließend die Erklärung in einem Redaktionsteam aus.
von rechts vorne: Dietlind Götz-Uhler, Yonca Özcan, Pastor Steffen Peterseim, Dekanin Christiane Glöckner-Lang, Bärbel Weber und Inge Baumgärtner, zweite Reihe von rechts: Steffen Schäfer, Tarazieh Samandari-Jossé, Dagmar Stilz, Werner Seel, Dekan Thomas Hafner, Martina Obers und Dr. Reiner Wiesler
Angeregt wurde die Gesprächsrunde durch die städtische Integrationsbeauftragte Inge Baumgärtner. Sie hatte sich darum bemüht, dass Sinsheim in das dreijährige Modellprojekt „Lokale Räte der Religionen“ des Sozial-und Integrationsministeriums des Landes Baden-Württemberg aufgenommen wird. Unterstützt und beraten wird der Prozess von der Tübinger Stiftung Weltethos, die auf den bekannten Theologen Hans Küng zurückgeht. Auftakt war im Jahr 2018 die vielbeachtete Ausstellung zum Thema Weltreligionen der Stiftung Weltethos im Foyer des Sinsheimer Rathauses. Sinsheim war in der ersten Ausschreibungsrunde des Landes gleich mit dabei, inzwischen sind insgesamt 15 Städte zwischen Karlsruhe und Überlingen am Modellprojekt beteiligt.
Aus den vielen Gesprächen entstand der Plan, sich auf gemeinsame Grundlagen zu verständigen. So wurde eine relativ knapp gehaltene Erklärung erarbeitet, die auf der Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gemeinsame Werte und ethische Grundlagen benennt. Der Rat der Religionen nennt als Aufgabe „friedensstiftend und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördernd in der Gesellschaft gemeinsam zu wirken.“ Der Rat erklärt, dass er seine Stimme öffentlich erheben möchte. Seine Kompetenzen lassen sich darüber hinaus nutzen, um Stellungnahmen in ethischen Fragen einzuholen. Dies wird ausdrücklich dem Gemeinderat der Stadt angeboten.
Man hatte vorab vereinbart, dass die Unterzeichnung nicht in einem der Gemeindehäuser stattfinden soll, sondern sozusagen auf neutralem Boden, nämlich im Rathaus.
Der Hausherr, Oberbürgermeister Jörg Albrecht, begrüßte die haupt- und ehrenamtlichen Religionsvertreter und betonte in seiner Begrüßung, dass der demonstrative Schulterschluss der Religionsgemeinschaften in der aktuellen Situation nach Halle, Erfurt und Hanau ein wichtiges Zeichen darstelle. Die anschließende Gedenkminute für die Opfer des Terroranschlages von Hanau war keine Pflichtübung, sondern allseits ausdrücklich gewünscht.

Dekanin Christiane Glöckner-Lang und Werner Seel unterzeichnen die Sinsheimer Erklärung des Rats der Religionen.
Nachdem alle Gemeinden feierlich unterzeichnet haben, ist vorgesehen, die Gesprächskreise abwechselnd in den Räumlichkeiten der Gemeinden fortzusetzen. Im bevorstehenden Ramadan plant die Moscheegemeinde, den Rat der Religionen zum gemeinsamen Fastenbrechen einzuladen.
Am 5. November findet die Abschlusstagung zum Projekt des Sozial- und Integrationsministeriums Baden-Württemberg statt. Anlässlich der Heimattage Baden-Württemberg wird die Tagung in der Dr.-Sieber-Halle in Sinsheim stattfinden. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, eine Anmeldung wird erforderlich sein. Nähere Informationen gibt es im Sommer in der örtlichen Presse oder bei der städtischen Integrationsbeauftragten unter Tel. 07261 404-163 oder per E-Mail.



