Landeskirche prüft Möglichkeiten für ihr Verwaltungsgebäude in Karlsruhe

- 18.12.2025 - 

Planungsverfahren mit zehn Architekturbüros läuft bis Mai 2026 - Denkmalpflege und Stadt eingebunden

Karlsruhe (18.12.2025). Das Verwaltungsgebäude der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Evangelische Oberkirchenrat in Karlsruhe (EOK), muss sich verändern. Ziel ist es, die für die kirchliche Verwaltung selbst genutzte Bürofläche um mehr als 50 Prozent zu verringern, den Wert des Gebäudes nachhaltig zu sichern und Kooperationspartner mit ins Haus zu holen. Ein Ideenwettbewerb mit zehn Architekturbüros soll klären, was bau- und denkmalrechtlich, stadtplanerisch und immobilienwirtschaftlich möglich ist. Am 17. Dezember trafen sich die Jurymitglieder von Kirche und Stadt, um die Auslobung des Wettbewerbs abzustimmen.

Verwaltungsgebäude Evangelischer Oberkirchenrat Karlsruhe

Quelle: ekiba - eingebettet von www.ekiba.de

Das rote Sandsteingebäude gegenüber der Badischen Landesbibliothek in der Blumenstraße, erbaut im Jahr 1907 von den Architekten Curjel und Moser, passt nicht mehr zu den Anforderungen einer modernen Verwaltung. Neben technischem und baulichem Sanierungsbedarf sind es auch veränderte Arbeitsbedingungen, Homeoffice-Regelungen und ein insgesamt geringerer Eigenbedarf, die eine Veränderung der Räumlichkeiten nötig machen. Passend dazu hat die Landessynode bereits im Rahmen ihrer letzten Herbsttagung beschlossen, langfristig Betriebskosten in Höhe von 550.000 Euro jährlich bei den vom Evangelischen Oberkirchenrat genutzten Büroräumen zu sparen. 
 
Der nun angestoßene Ideenwettbewerb, der bis zum Mai 2026 läuft, soll zusammen mit der Stadt und mit der Denkmalpflege die planungsrechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten für das „Rote Haus“ ausloten. Es handelt sich um einen Ideenwettbewerb, in dem zentrale Herausforderungen des Gebäudes untersucht werden sollen, insbesondere eine barrierefreie Erschließung für alle Ebenen und die Schaffung unabhängig voneinander nutzbarer Einheiten und Zugänge. Die Zielvorstellung ist, das historische Gebäude so weiterzuentwickeln, dass ein zeitgemäßer und marktfähiger Verwaltungs- und Bürostandort in zentraler Lage entsteht. Falls sich das Vorhaben wirtschaftlich sinnvoll umsetzen lässt, ist auch zu klären, inwieweit eine kirchliche Eigennutzung des Gebäudes weiterhin sinnvoll ist. Im Idealfall ermöglicht das Gebäude neues und agileres Arbeiten und strahlt als kirchlicher Ort künftig mehr in die Stadt aus, um damit die Begegnung von Kirche und Gesellschaft zu fördern.
 
Die Evangelische Landeskirche in Baden startet mit diesem Wettbewerb eine Immobilienentwicklung in einer sehr guten Lage mitten in Karlsruhe. Die Stadt Karlsruhe ist durch den Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Personen unter anderem aus dem Gestaltungsbeirat und dem Stadtplanungsamt in die Jury eingebunden. Die Entscheidung der Jury im Mai stellt eine Empfehlung dar, wie es mit dem „Roten Haus“ weitergehen kann. Die letztendliche Entscheidung über die Zukunft des Dienstgebäudes wird von der Landessynode im Jahr 2027 getroffen werden.
 
Der direkt neben dem Sandsteingebäude befindliche sogenannte „Neubau“ des Evangelischen Oberkirchenrats ist nicht Gegenstand des Planungsverfahrens. Die Perspektive des Neubaus wird separat geklärt werden.