Herbsttagung der badischen Landessynode ist beendet
Karlsruhe/Bad Herrenalb. Mit der Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2024/2025, neuen Gesetzen und Regelungen zur Umsetzung des Transformationsprozesses ekiba 2032 und der Entscheidung für eine Photovoltaik-Offensive auf Dächern kirchlicher Gebäude geht die siebte Tagung der 13. Landessynode am heutigen Donnerstag in Bad Herrenalb zu Ende.
Quelle: ekiba / Ulli Naefken - eingebettet von www.ekiba.de
„Der Vortrag der EKD-Präses Anna-Nicole Heinrich am Montag war sehr inspirierend. Ich habe auf dieser Tagung gemerkt, dass wir bereits auf dem Weg sind für eine Kirche der Zukunft“, so ein Fazit von Vizepräsident Karl Kreß am Ende der Herbsttagung. „Ich merke die Umbruchsituation. Die Photovoltaik-Offensive, das Dekanatsleitungsgesetz, das Baugesetz – das alles sind Zukunftsthemen, mit denen wir uns beschäftigt haben. Ich bin sicher: Die Kirche wird bleiben, sie wird aber künftig ganz anders aussehen.“ Erschüttert und betroffen habe ihn der Vortrag von Ute Gause, die ihre historische Studie über einen Fall von sexualisierter Gewalt am Montagvormittag vorstellte. „Wie konnte es sein, dass die Vorgänge so lange nicht gesehen wurden, wo müssen wir viel genauer hinschauen?“, so Kreß.
Während ihrer Herbsttagung verabschiedete die Landessynode den Doppelhaushalt 2024/25. Insgesamt rechnet die Landeskirche mit rund 366 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln in 2024 und 378 Millionen Euro in 2025.
Der neue Haushaltsplan sieht vor, die Zuweisungen an die Kirchengemeinden um drei Prozent zu erhöhen, um insbesondere Inflationen und Personalkostensteigerungen zu kompensieren.
Zusätzliche Mittel gibt es im kommenden Doppelhaushalt außerdem für die Verwirklichung von Innovationen. Insgesamt 1,2 Millionen Euro pro Jahr werden hierfür bereitgestellt. „Hierbei geht es vor allem darum, neue Formen zu fördern, die Botschaft des Evangeliums zu vermitteln.“, erläutert Finanzreferent Martin Wollinsky.
Außerdem sieht der Haushaltsplan rund 1 Mio. Euro für die energetische Verbesserungen von Gebäuden bzw. für Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbilanz vor.
Um den Haushalt trotz der geringeren Kirchensteuereinnahmen in den kommenden beiden Jahren auszugleichen, werden im Jahr 2024 rund 12 Millionen Euro, im Jahr 2025 rund 10 Millionen Euro aus den Rücklagen entnommen. Die Berechnungen bis 2032 zeigen, „dass ohne weitere Maßnahmen in den Folgejahren kein ausgeglichener Haushalt mehr möglich ist“, stellte Wollinsky fest.
Die Landessynode hat außerdem eine Photovoltaik-Offensive auf kirchlichen Gebäuden beschlossen. Mit der Entscheidung, bis 2040 klimaneutral zu sein, hat die Landessynode bereits auf der Frühjahrssynode 2023 der Landeskirche einen gesetzlichen Rahmen für ihren Beitrag zum Klimaschutz gegeben. Ein wichtiger Baustein in Richtung Klimaneutralität ist die Ausstattung aller dafür geeigneten Dächer kirchlicher Gebäude mit einer Photovoltaikanlage. Die Umsetzung der Photovoltaik-Offensive soll 2024 beginnen. Hierfür gründet die Landeskirche eine kircheneigene Betriebs-GmbH, die einen Dienstleitungsvertrag mit dem kirchlichen Energieunternehmen KSE schließt, welche die Anlagen plant, installiert und auch betreibt. Die Kirchengemeinden können ihre Dächer für die PV-Anlage an die landeskirchliche GmbH verpachten. Dieses Modell soll Kirchengemeinden bei der Umsetzung der Offensive finanziell und organisatorisch entlasten.
Die Landessynode hat sich auch mit dem Dialogweg Kairos-Palästina beschäftigt. Im Wissen um die Komplexität des israelisch-palästinensischen Konflikts habe man einen Weg des ökumenischen Lernens eingeschlagen, der auf Begegnung, Dialog und theologischen Austausch gründet, erklärte der Synodale und Karlsruher Dekan Dr. Thomas Schalla vor der Synode: „Es ist notwendig, auch angesichts der großen humanitären Nöte und inmitten der zunehmend schwierigeren politischen Lage miteinander zu sprechen. In der doppelten Verbundenheit mit den palästinensischen Christinnen und Christen und mit dem jüdischen Volk versucht die Evangelische Landeskirche in Baden hier ihren eigenen Weg zu finden.“
Außerdem beschäftigte sich die Synode unter anderem mit dem Entwurf eines neuen Baugesetzes, das die künftige Steuerung von Baumaßnahmen in den Gemeinden, Kooperationsräumen und Kirchenbezirken regelt, dem Kirchlichen Gesetz über die Leitungsämter im Dekanat und mit Änderungen bei Aufgaben u.a. der Verwaltungs- und Serviceämtern.