Dankbarkeit – Umkehr – Verantwortung
Christliche Kirchen erneuern Friedensappell
Stuttgart, (05.05.2020). Zum Gedenken an das Kriegsende vor 75 Jahren hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg ihren Friedensappell aus dem Jahr 2016 neu herausgegeben. „Ich bin dankbar, dass wir die erweiterte Neuauflage des Friedensappells gerade mit dem 75. Jahrestag des Kriegsendes und der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verbinden können. Das Gedenken an die Ereignisse von damals und der Einsatz für den Frieden in der Gegenwart gehören untrennbar zusammen“, erklärte der Vorsitzende der ACK Baden-Württemberg, Prälat Traugott Schächtele (Schwetzingen). Der Friedensappell wurde ergänzt durch ein aktuelles Wort zu Frieden und Sicherheit.
In dem Appell wird ein Umdenken gefordert, „weg von einem Sicherheitsdenken, das der militärischen Logik folgt, hin zu einer umfassenden und vorausschauenden Friedenspolitik.“ Auch die Kirchen müssten bekennen, dass sie in Konflikten oft eher Teil des Problems als der Lösung gewesen seien. Dabei hätten gerade die Kirchen ein besonderes Friedenspotential. „Denn ihnen ist eine Verheißung gegeben, die größer ist als ihre eigenen Möglichkeiten: der Friede als Gabe Gottes, die allen Menschen und der ganzen Schöpfung zugedacht ist“, heißt es in dem Friedensappell.
„Heute, am 8. Mai 2020, ist uns in besonderer Weise das dankbare Gedenken an 75 Jahre Frieden in Europa aufgetragen – aber auch die Erinnerung an unsere bleibende Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit. Diesem Gedenken fühlen wir uns als Kirchen in Baden-Württemberg verpflichtet“, führte ACK-Vorsitzender Schächtele aus. Deshalb gelte es, gegenüber falschen Sicherheitsversprechen, gegenüber den Folgen eines ungezügelten Waffenexportes und einer neuen Spirale der Aufrüstung wachsam zu sein. „Zum Gedenken gehörte und gehört, zu bekennen und ehrlich einzugestehen, dass man nicht genug zivilen Widerstand gegen die Nationalsozialisten geleistet hat – wie das die Kirchen im Stuttgarter Schuldbekenntnis im Oktober 1945 getan haben. Diesen Fehler dürfen wir nicht wiederholen“, erklärte Schächtele. Angesichts der zunehmenden Unübersichtlichkeit der Weltpolitik könne die Frage des Friedens nicht isoliert betrachtet werden. Zur berechtigten Sorge um den Frieden gehöre notwendig der Einsatz für Gerechtigkeit in der Welt und für die Bewahrung der Schöpfung.
Die Broschüre (24 Seiten) wird an die Kirchen und Gemeinden in Baden-Württemberg verschickt und kann in der Geschäftsstelle der ACK-BW bestellt werden.
Weitere Informationen unter www.ack-bw.de


