
Still war es, nur wenige waren am Morgen unterwegs. Es war, als würde man am Friedhofstor allen Stress und Lärm ablegen und eine andere Welt betreten. Der Weg zum Grab ist für mich immer auch eine Begegnung mit der Vergangenheit. Erinnerungen werden wach an die gemeinsame Zeit, aber auch an die traurigen Stunden des Loslassens und Abschiednehmens. Und wenn ich vom Grab weggehe, hin zum Friedhofstor, ist das wie ein Gang neu ins Leben.
Tod und Leben liegen so nah beinander. Auch die Tage der Passionszeit machen mir das wieder deutlich. Sie erinnern mich an die Dunkelheiten, Traurigkeiten und Ängste, durch die wir alle hindurch müssen. Aber wir gehen dem Tor, wir gehen Ostern entgegen. Schon heute freue ich mich auf den Ostermorgen, wenn wir mitten auf dem Friedhof die Botschaft von der Auferstehung hören werden und singen:
„Jesus lebt mit ihm auch ich, Tod wo sind nun deine Schrecken?“ (EG115)
Pfarrerin Christiane Glöckner-Lang



