Es ist November. Der Totenmonat wird er manchmal genannt. Wir erinnern unsere eigenen Toten und die der Kriege in der Welt. Wie zäher Nebel macht sich in manchem Herzen Kälte breit. Doch aus diesem Nebel hebt sich zuweilen ein verwunschener Leuchtturm, der Lichtsignale in die Welt leitet: Eine beglückende Erinnerung an die Verstorbene, lange vergessen und jetzt plötzlich leuchtend, klar, tröstlich. Eine plötzliche Zuversicht, dass Menschen es eines Tages doch lernen werden, nicht mehr Krieg zu führen, sondern Schwerter zu Pflugscharen schmieden.
Plötzlich hebt sich der Nebel. Aus dem Leuchtturm wird wieder ein Funkmast. Aber auch er funkt: Glaubt nicht, dass der Tod siegt! Das Leben siegt – über alle Grenzen dieses Lebens hinaus.
Pfarrerin Annette Röhrs



