Inzwischen spiele ich das Spiel anders herum: Wenn ich weiß; dass der Urlaub vor der Tür steht, fange ich an zu überlegen: ich packe meinen Koffer – und was lasse ich da? Was will ich loslassen, endlich? Und was will ich vielleicht sogar vergessen in diesen Urlaubstagen? Den Computer, der mich manchmal zum Wahnsinn treibt, weil er nicht tut, was ich will. Den Ärger, die Sorgen, das dauernde Gefühl, nicht fertig zu werden und vieles nicht zu schaffen. Die endlosen Meetings, das zähe Ringen um Ziele und Ergebnisse, den ewigen Stress. Vielleicht schaffe ich es sogar, den Laptop ein paar Tage beiseite zu lassen, damit die mails nicht immer nur einen Klick entfernt lauern. Und vielleicht gelingt es mir, irgendwohin zu fahren, wo das Handy nicht geht und ich einfach, wenn auch nur für ein paar Stunden, nicht erreichbar bin.
Dann könnte mir gelingen, ohne Zielpunkt einfach loszulaufen. In völliger Ruhe meinen inneren Kompass neu auszurichten. Menschen neu zu begegnen und offen zu sein für Fremdes und Ungewohntes. Meine Haare könnte ich im Wind trocknen lassen, einfach nur still dasitzen oder einen lang ersehnten Weg einschlagen.
Eine gute Ferienzeit wünscht Ihnen Christiane Glöckner-Lang, Dekanin



