
Normalität?
Inzwischen ist fast schon wieder so etwas wie Normalität eingekehrt: der Wecker klingelt früher, die Schulbusse fahren, der Stundenplan prägt sich allmählich ein, man gewöhnt sich an neue Gesichter und die neue Klassenlehrerin. Die Schule hat wieder angefangen!
Ich hatte noch so eine Art Verlängerung der Sommerferien: in der ersten Schulwoche war ich mit auf Klassenfahrt der 12. Klasse. Ein Doppeldeckerbus mit 73 Schülerinnen und Schülern, fünf Lehrkräften und dem Busfahrer. Wir verbrachten lange Tage (weil die Nächte kurz waren) auf einem Campingplatz direkt an der Adria und erlebten vier Tagesausflüge in schöne italienische Städte. Wir erlebten einige Abenteuer: nächtliche Gewitter, Blaulicht eines Krankenwagens, weil eine Schülerin erkrankte, ein ausgekugelter Finger und so manches mehr.
Vor allem aber erlebten wir uns nicht als Gegenüber, sondern als Miteinander: Lehrende und Lernende an einem Tisch, an einem Strand, auf einem Boot, abends auf einer Terrasse. Und dazu: viele, viele Gespräch, gute und ernste, und wir lernten viel voneinander. Vielleicht kommt das in unseren Schulen zu kurz, vielleicht sollten wir das viel öfter machen: gemeinsam miteinander fortfahren, gemeinsam etwas unternehmen: als Schule, als Nachbarschaft, als Betrieb, als Großfamilie. Sich in anderen Kontexten erleben – und so näher kommen. Nicht anders tat es auch Jesus: er machte sich gemeinsam mit seinen Freunden auf die Reise. Was sie dabei erlebten, wirkt bis heute nach.
Schuldekan Gunnar Kuderer
Schuldekan Gunnar Kuderer


