Ich schmunzele über diesen Cartoon: Zwei kleine Kinder sind mit ihrem Ranzen auf dem Rücken auf dem Weg zur Schule und sehen unter einem Baum eine Katze und einen Hund gemütlich ausgestreckt. Das eine Kind fragt: „Warum müssen Katzen nicht in die Schule gehen?“ Im zweiten Bild raunt die Katze dem Hund zu: „Weil wir schon alles wissen.“
Zum Glück ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wie meine Mutter immer meinte. Es tut gut, in die Schule zu gehen: nicht allein um des Lernens willen, sondern auch, um die sozialen Kontakte zu pflegen. Ich erinnere mich, dass ich mich in meiner Kindheit weniger über die Mathe- oder Deutschstunden gefreut habe, sondern nach langen Wochen endlich wieder alle meine Freunde zu treffen.
In diese Wiedersehensfreude mischt sich dieses Jahr ein banges Gefühl. Die Zeiten des harten Lockdowns haben gezeigt, wie dringend Schülerinnen und Schüler einander brauchen, wie dringend ein Mensch aus Fleisch und Blut, der vor einem steht und nicht auf dem Bildschirm flimmert, zu einem gesunden Lernen gehört. Und doch drohen auch dieser Herbst und dieser Winter auf den Schultern der Kleinsten ausgetragen zu werden, denn die stetig steigenden Infektionszahlen und immer wieder neue entdeckte Virusvarianten ersticken die Vorfreude und machen Platz für ernste Bedenken.
Kinder können sich nicht impfen lassen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Erwachsenen mit gutem Beispiel vorausgehen. So gesehen ist es nicht nur dem eigenen Schutz gedient, sondern ein Akt der Solidarität, sich impfen zu lassen. Schließlich kämpfen wir nicht gegeneinander, sondern gegen das Virus. Da hilft nur Zusammenstehen.
Schuldekan Gunnar Kuderer



