Dieses Wort Jesu aus dem 6. Kapitel des Markusevangeliums (Mk 6,31) an die Jünger spricht mich immer wieder an – in diesen Zeiten noch einmal ganz besonders. Nach über einem Jahr mit Corona sind viele am Limit. Eltern haben alles gegeben, um Homeoffice und Kinderbetreuung zuhause unter einen Hut zu bringen. Gastronomen, Hoteliers und Händlerinnen bangen seit Monaten um ihre Existenz. Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser arbeitet man seit dem vergangenen Herbst fast durchgängig am Limit. Wir alle leiden unter den andauernden Kontaktbeschränkungen und der ständigen Sorge um unsere Gesundheit und die unserer Lieben. Das Bedürfnis nach Erholung ist groß. Nicht nur in der Tourismusbranche hofft man auf den Sommer: Endlich wieder ein Stück Normalität zurückgewinnen, endlich dem zermürbenden Alltag ein Stück weit entfliehen, endlich den Abend im Biergarten ausklingen lassen oder gar Urlaub machen!
Wie wir gesehen haben, ist das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung auch der Bibel und dem Glauben nicht fremd. Jesus sorgt sich um seine Jünger, die nach ihrem unermüdlichen Einsatz für das Reich Gottes auch mal an sich denken und ausruhen sollen. (Dass der Plan, sich an einem einsamen Ort zur Ruhe zu setzen, leider misslingt, zeigt, dass es offenbar schon damals auch ohne Smartphone und Social Media schwierig war, Auszeiten konsequent umzusetzen.) Und sogar Gott selbst werden in der Bibel Ruhephasen zugeschrieben: „Denn in sechs Tagen machte der Herr Himmel und Erde, aber am siebenten Tage ruhte er und erquickte sich.“ (Ex 31,17) Von daher ist der hohe Stellenwert des Sabbats nachvollziehbar, der die ganze Bibel durchzieht.
Es braucht Ruhe und Unterbrechung der Alltagsroutinen braucht, um wieder mit Gott, der Quelle des Lebens und unserer Kraft, in Kontakt zu kommen. Von daher kommt die Sommerzeit nach vielen Monaten der Beschränkungen gerade richtig, um im Garten, im Park oder im Wald immer öfter mal die Seele baumeln lassen zu können. Dabei können sich Momente der Stille und Besinnung ergeben, in denen Gott zu mir spricht und mich neu mit Freude und Zuversicht füllt.
Es braucht Ruhe und Unterbrechung der Alltagsroutinen braucht, um wieder mit Gott, der Quelle des Lebens und unserer Kraft, in Kontakt zu kommen. Von daher kommt die Sommerzeit nach vielen Monaten der Beschränkungen gerade richtig, um im Garten, im Park oder im Wald immer öfter mal die Seele baumeln lassen zu können. Dabei können sich Momente der Stille und Besinnung ergeben, in denen Gott zu mir spricht und mich neu mit Freude und Zuversicht füllt.
Es gibt viel nachzuholen, wenn die Impfkampagne weiter Erfolg hat und die Infektionslage im Sommer schrittweise eine Zurücknahme vieler Beschränkungen zulässt. Dann wird es uns gut tun, wieder von Angeboten Gebrauch zu machen, auf die wir lange verzichten mussten: Restaurantbesuche, Kultur und Partys. Wir haben viele Monate lang Kontakte weitgehend meiden müssen – darum sehnen wir uns nach Abwechslung und Begegnung. Trotzdem wäre es kein Schaden, auch Momente der Ruhe und des Rückzugs mit hinein zu nehmen in die Zeit nach dem Lockdown. Dies wäre dann keine erzwungene Isolation mehr, sondern bewusst gewählte Unterbrechung der alltäglichen Routine, um der Stimme Gottes in uns Raum zu geben. „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig.“ (Mk 6,31) Lassen Sie uns diese Einladung Jesu in diesem Sommer immer wieder annehmen! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erfüllte Sommermonate, erfrischende Pausen und gute Erholung.
Bleiben Sie behütet!
Pfarrer Emanuel Fritz, Stellvertreter der Dekanin



