Pfingsten

Ein Handschuh für sich genommen ist nutzlos. Er hängt einfach da oder liegt regungslos in einem Regal. Das ist auch in Ordnung. Denn es liegt im Wesen des Handschuhs, dass er erst zum Leben erwacht, wenn er von einer Hand erfüllt wird. Erfüllt mit einer Hand kommt der Handschuh seiner Bestimmung nach und kann dann auf einmal Dinge, die er ohne Hand niemals tun könnte.
So ähnlich ist es auch mit uns Menschen und dem Heiligen Geist. Wenn uns der Heilige Geist erfüllt, dann können wir auf einmal etwas, was wir sonst nie tun könnten. Wenn uns die „Hand Gottes“ erfüllt, werden wir zum Leben erweckt. Und es ist die „Bestimmung“ eines Christen, vom Geist Gottes erfüllt zu sein.
Im ersten Teil der Bibel lesen wir im Buch Sacharja: "Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaot." (Sacharja 4,6).
Gott redet hier zu Serubbabel. Serubbabel lebte, als das Volk Israel aus dem babylonischen Exil in die Heimat zurückkehrte. Er war unter denen, die nach Jerusalem zurück gingen und leitete dort den Wiederaufbau des Tempels. In Jerusalem war ja alles zerstört. Doch das Volk wollte nicht so richtig mitziehen. Es kam zu großen Schwierigkeiten und der Wiederaufbau verzögerte sich stark. In diese schwierige Situation hinein ermutigt Gott Serubbabel und sagt: "Was du vorhast, wird dir nicht durch die Macht eines Heeres und nicht durch menschliche Kraft gelingen: Nein, mein Geist wird es bewirken!"
Unsere Gemeinden und die Kirche insgesamt binden sich aktuell auch in einer schwierigen Situation. Da gilt es einiges umzubauen und auch Wiederaufzubauen. Dies wird aber nicht durch menschliche Kraft gelingen. Es ist es genauso wie bei Serubbabel: "Was Du vor hast wird nicht durch menschliche Kraft gelingen: Nein, mein Geist wird es bewirken!"
Deshalb wollen wir uns immer wieder öffnen für den Geist Gottes. Wir beten, dass Gottes Geist uns erfüllt und lebendig ist – so wie ein Handschuh zum Leben erwacht, wenn er von einer Hand erfüllt wird.


