Pfingsten - Gottes Geist richtet auf

Von den drei großen christlichen Festen scheint Pfingsten das unbekannteste zu sein. An Weihnachten feiern wir Jesu Geburt und gestalten ein Familienfest, an Ostern jubeln wir, weil der Gekreuzigte von den Toten auferstanden ist und schenken Osterhasen und Ostereier. An Pfingsten hat sich kein Brauchtum durchgesetzt und vielen fällt es schwer, mit diesem Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes etwas anzufangen. Das ist sehr unkonkret, nicht fassbar, so urteilen viele.

Was ist der Geist Gottes? Er ist die Kraft, die von Gott ausgeht, die Kraft, die Leben fördert, der gute Geist, der eine angenehme Atmosphäre der Gemeinschaft fördert, der Verständigung unter Menschen freilegt. Gottes Geist belebt und dieser Geist Gottes ist uns verheißen. Das feiern wir an Pfingsten.

Ich beobachte seit Jahren, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden gerne vom Geist Gottes sprechen und meinen, dass Gottes Kraft unter uns wirkt hin zum Guten. So haben die Konfirmanden der Markusgemeinde den dritten Glaubensartikel so in eigene Worte gefasst:

„Wir glauben an den Heiligen Geist, der uns tröstet, wenn wir traurig sind. Wir hoffen, dass alle Menschen in Freiheit leben können und Hass und Kriege aufhören. Wir glauben, dass bei Gott Fehler verziehen werden. Der Heilige Geist baut auf. Das ewige Leben schenkt uns Gott. Darauf vertrauen wir.“

Also doch konkret: Gottes Geist wirkt, wo wir Hilfe und Rettung erfahren. Darum ist die pfingstliche Bitte: „Komm, Schöpfer, Heiliger Geist!“

Dekan Hans Scheffel