Pfingsten – das Fest der Gotteskraft

Das Frühjahr ermöglicht es, die großen kirchlichen Feste leichter zu verstehen. Draußen blüht es, die Rapsfelder sind gelb, der Flieder leuchtet blau oder weiß und die Pfingstrosen strahlen Freude aus. Wir empfinden die Kraft der Schöpfung, alles wird neu.

Ostern feiern wir, wenn die Knospen sich regen und die ersten Frühblüher die Freude auf den Frühling wecken. An Ostern hören wir die frohe Nachricht, dass hinter dem Kreuz mit all dem Schmerz, Leid und Tod die Auferstehung Wirklichkeit geworden ist. Der gekreuzigte Auferstandene lebt, das Leben ist stärker als der Tod.

An Pfingsten steht alles voll in Blüte und es ist frühlingshaft, manchmal frühsommerlich, warm. Die Kraft der Schöpfung ist da. Im alten Israel hat man zu dieser Zeit das Gerstenerntefest gefeiert.

Pfingsten ist das Fest der Kraft Gottes. Die schöpferische Kraft Gottes ist ausgegossen in alles Leben. Die Kraft des Geistes wirkt in uns Frieden und Ruhe, Stille und Wachsamkeit. Sie vertreibt die dunklen Gedanken, weil Gott selbst in uns Leben schafft. Pfingsten ist das Fest der Freude über das Wirken des Geistes Gottes, dessen Früchte Solidarität und Gemeinschaft sind.

Das Wirken des Geistes ist nicht machbar, wohl aber erfahrbar: denn Gottes Geist sucht unablässig unsere Empfindungen. Wir wiederum können um den Geist Gottes bitten, damit diese gute Kraft Gottes uns trägt und tröstet. Paul Gerhardt bittet so um den heiligen Geist:

„Zieh ein, lass mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsünd’ge meinen Sinn, dass ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin.“ (EG 133,2)

Dekan Hans Scheffel