Spontan wende ich bei der nächsten Gelegenheit und fahre zurück. Ja – da steht ein großes steinernes Kreuz seit Menschengedenken – daran Jesus, das Haupt geneigt, die traurigen Bäume wie ein Vorhang. Früher hatten die Menschen das Leiden mehr im Blick, erinnerten mit großen Wegkreuzen an das Leiden Jesu und an das Leid im eigenen Leben. Vielleicht auch, um die freudigen Momente im Leben mehr auszukosten.
Ich stelle mir vor, wie dieses Kreuz aussehen könnte, wenn der Vorhang aus kahlen Zweigen plötzlich erblüht und grünt. Welch hoffnungsvolles Bild!
Vielleicht sollten wir öfter ins Nachdenken kommen: und das Leiden nicht verdrängen aus unserem Leben und dafür die Höhepunkte ausgelassen feiern! Es ist doch schön, das Leben, das wir geschenkt bekommen haben – und kurz...
Schuldekan Gunnar Kuderer



