November

Jetzt ist der November mit seiner ambivalenten Stimmung da. Es kann sein, wir haben wunderschöne Sonnentage und das Licht der Sonne bringt die farbigen und fallenden Blätter zum herrlichen Leuchten. Da staune ich immer, wie ausdrucksvoll der November sein kann. Gleichzeitig werden die Nächte länger, es wird kälter und man gewöhnt sich an die Winterjacke. Die Tage werden still. Menschen werden nachdenklich und suchen nach der Mitte und dem Grund des Lebens. Besonders wird diese Stimmung wach, wenn man auf den Friedhof geht – sei es, um die Gräber von liebgewordenen Verstorbenen zu besuchen, oder sei es, dass ein uns nahe stehender Mensch beerdigt wird.

Der Tod begegnet uns, er macht uns sprachlos und traurig. Gleichzeitig verheißt uns der gnädige Gott Leben, ewiges Leben, weil Jesus Christus lebt und uns Freund bleibt. Der Dichter Arno Pötzsch spricht tröstend in die Novemberstille:

„Wir sind von Gott umgeben / auch hier in Raum und Zeit / und werden in ihm leben / und sein in Ewigkeit.“ (EG 533,3)

Dekan Hans Scheffel