Meditation 2022

 
Jahreslosung 2022
Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Johannes 6,37

An Weihnachten feierten wir das Geschenk Gottes an uns Menschen: Jesus, der Heiland ist uns geboren. Mit der Jahreslosung lädt dieser Heiland uns zu sich ein. Er ist der eine Sohn, durch den wir zum Vater kommen. Zugleich gilt, dass wir nur durch den Vater zum Sohn kommen. So heißt es etwa im Vorsatz der Jahreslosung: „Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen“.
Ist das nicht ein fantastischer Perspektivwechsel?! Nicht nur Jesus ist ein Geschenk an uns, sondern auch wir sind ein Geschenk an ihn!
Gerade zum Beginn eines neuen Jahres finde ich das so stark. Wenn wir Bilanz ziehen, was war 2021?  Was haben wir geschafft? Was gelang und was misslang?
Solche Bilanzen sind oft sehr ernüchternd. Sie bleiben meist hinter den eigenen Erwartungen zurück und enttäuschen. Doch diese Enttäuschung darf enttäuscht werden. Sicher: Sünde bleibt Sünde, aber deswegen kam der Heiland ja – wer zu ihm kommt, den weist er nicht ab!
Ich glaube, dieses Geschenk erkennt man dann richtig, wenn man sich selbst als Geschenk begreift. Dazu braucht es eine gegenseitige Beziehung, in die das Geschenk eingebettet ist.
Ein starkes, ergänzendes und doch zugleich perspektivübergreifendes Bild bietet uns dazu Offenbarung 3,20. Hier steht Jesus an der Türe unseres Herzens und spricht: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir“.
Jesus weist uns nicht ab und wenn wir zu ihm kommen, dann sucht er uns auch auf.
Wer zu Jesus dem Geschenk des Vaters kommt, wird selbst zum Geschenk, das Jesus nicht abweist, sondern zu dem er sich in Beziehung setzen will.
Mögen wir beschenkt und als Geschenk durch dieses neue Jahr gehen.

Pfarrer Jan Fellhauer