Geh aus mein Herz ...

Gerne singen wir jetzt im Sommer wieder das schöne Lied von Paul Gerhardt: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“.
Zu diesem Lied gibt es auch eine Geschichte.

Man erzählt sich, dass der Pfarrer und Dichter Paul Gerhardt einmal über einer Predigt saß. Es war bereits Samstagmittag, also nicht mehr viel Zeit bis zum Gottesdienst am Sonntag. Paul Gerhardt aber stand vom Schreibtisch auf und machte nichts anderes als sich auf eine Wiese zu setzen und still um sich zu schauen.

Da kam ein Freund daher. „Paul“, sagte er, „warum sitzt du nicht an deiner Predigt, warum machst du nicht weiter?“.

„Ich mache doch weiter“, sagte Paul Gerhard, „ich lese gerade in der Bibel! Und höre auf Gottes Stimme“.

„Aber du sitzt doch nur so rum“, sagte der Freund, “ich sehe keine Bibel und Gottes Stimme kann ich auch nicht hören!“.

„Doch“, sagte Paul Gerhardt, „schau nur genau hin! Erkennst du nicht, wie alles im Garten von Gott erzählt? Und hörst du nicht die Stimmen der Vögel, wie sie singen? Gott lässt alles wachsen und er macht die Vögel singen. Er hat alles vortrefflich eingerichtet. Genauso erzählt es auch die Bibel“.

„Ich verstehe“, sagte der Freund. „Ich glaube, jetzt höre ich Gottes Stimme auch“.
 

Ich wünsche uns allen, dass wir in diesen Wochen die Schöpfung Gottes genießen können. Draußen sitzen oder spazieren gehen, vielleicht auch einmal nichts tun und einfach nur schauen, hören und staunen wie gut es Gott mit uns meint.

Pfarrerin Christiane Glöckner-Lang