Fußball-Pause

Und wieder rollt das Peloton durch schöne Landschaften, durch Städte, kraxelt Pässe hinauf und stürzt sich in waghalsigen Abfahrten talwärts. Die Tour de France sucht wie jedes Jahr den besten Radler.

Ein schwacher Trost für jeden echten Fußballfan. Der leidet an der trostlosen Sommerpause. Schon Wochen ist es her, dass der letzte Ball rollte, und noch lange Wochen muss er warten, dass die Bundesliga wieder angepfiffen wird. Da war die Frauen-Fußball-WM oder die WM der Junioren nur ein schwacher Trost, nur ein wenig Ablenkung.

Aber halt! Andererseits... Plötzlich habe ich am Samstag einmal Zeit, mit meinem Bruder einen schönen Ausflug zu unternehmen. Letzte Woche haben wir uns endlich einmal das Zweirradmuseum in Neckarsulm angesehen. Dieses Wochenende gehen wir vielleicht zum Grünkernfest nach Gottersdorf. Und irgendwo werden wir bei einer Zeitnahme die Oldtimer der Heidelberg Historic bestaunen.

Ein bisschen ist das wie das Kirchenjahr: da gibt es auch die geballten Festzeiten, Ostern, Weihnachten – und die lange Zeit, die unspektakulär bleibt. Und irgendwann in die Vorfreude der nächsten Festzeit einbiegt. So gesehen, war das doch eine gute Idee, dass das Leben Höhepunkte und eben Pausen davon hat.

Schuldekan Gunnar Kuderer