Fastenzeit
Fasten oder Vor-Ostern-Diät?

„7 Wochen ohne“ – unter diesem Namen kennen mittlerweile viele Menschen die Fastenzeit. Aber was steckt eigentlich dahinter? „Fasten“ ist so ein alter, schwieriger Begriff, und vermutlich ist es mehr als 7 Wochen lang keine Süßigkeiten zu essen, sonst könnte es einfach Vor-Ostern-Diät heißen…
Im Buch Ester im Alten Testament findet sich ein Text dazu, was Fasten bedeuten kann. Ester, eine jüdische Königin am persischen Hof, sieht sich in der schwierigen Situation, dass sie das Schicksal ihrer jüdischen Mitmenschen in der Hand hat. Dafür muss sie allerdings ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen, und entscheidet sich deswegen zu fasten. Für volle drei Tage isst und trinkt sie nicht, und bitte alle jüdischen Bewohner*innen der Stadt mit ihr zu fasten. Nach diesen drei Tagen tritt sie vor den König und bringt ihr Anliegen vor, und erlebt Gottes Beistand, der dafür sorgt, dass die Krise gut ausgeht.
Interessanterweise kommt Gott im ganzen Buch Ester nirgendwo direkt vor. Hier im Fasten lese ich aber eine tiefe Auseinandersetzung mit Gott, ein Ringen um Hilfe. Indem Ester einen notwendigen Teil des Lebens weglässt – also Essen und Trinken – konzentriert sie sich voll und ganz auf diese Entscheidung und auf Gott, dessen Hilfe sie braucht.
Auch wenn ich mich nur schwer in eine jüdische Königin am persischen Hof hineinversetzen kann, passiert für mich auch heute noch in der Fastenzeit genau dasselbe. Für mich ist die Fastenzeit immer wieder eine besonders intensive Zeit in meinem Glauben. Eine meiner tiefsten Gotteserfahrungen habe ich beim Fasten erlebt.
Ab hier geht es um dich. Was denkst du dazu? Wie füllst du in diesem Jahr deine Fastenzeit? Gott ist immer bereit für uns. Je mehr Raum wir ihm geben, umso mehr können wir ihn erleben!
Simon Gärtner, Jugenddiakon in Sinsheim/Daisbach/Waibstadt


