Man könnte sich schon wundern: Indianer und Cowboys, Prinzessinnen und Hexen, Wikinger und Ritter, Flower-Power-Mädels und durchgestylte Stewardessen sitzen friedlich und gut gelaunt Seite an Seite. Das ist Multi-Kulti auf Faschingsart sozusagen. Und dann singen sie noch miteinander Lieder, die ihnen im „echten“ Leben niemals über die Lippen kämen. Ein echter Kulturschock! Aber: Es funktioniert! Die Stimmung ist perfekt. Der Saal bebt.
Ich frage mich: warum geht das in der närrischen Zeit und warum tun wir uns den Rest des Jahres so schwer mit denen, die anders sind als wir? Mit denen, die einen Musikgeschmack haben, den wir nicht teilen. Mit denen, die Kleidung tragen, die niemals in unseren Kleiderschrank käme. Mit denen, bei denen schon beim ersten Wort merkt, die sind nicht von „do“.
Vielleicht sollten wir uns öfter mal in Gedanken ein buntes Hütchen aufsetzen, die alten Ansichten und Gewohnheiten in den Keller sperren und gut gelaunt durch den Ort laufen. Vielleicht geht Multi-Kulti dann auch einfacher! Pfarrerin Annette Röhrs



