Exit-Strategie

Es wird ein anderes Osterfest werden, als wir es kennen. Darauf hat vor einigen Tagen noch die Kanzlerin in ihrem Video-Podcast hingewiesen. Wir bleiben zuhause. Gottesdienste wird es an diesem Osterfest nicht geben: keine Osternacht, keine Auferstehungsfeier auf dem Friedhof, kein Osterfrühstück und kein Festgottesdienst mit Abendmahl. Vielen Menschen wird deshalb an Ostern etwas fehlen. Aber auch auf das familiäre Feiern wirken sich die Beschränkungen aus: keine Ausflüge, keine Besuche, keine Familientreffen.

Zum Glück gibt es inzwischen andere Wege, wie die Osterbotschaft zu den Menschen kommen kann. Das Internet spielt dabei eine Rolle, aber auch Lesepredigten und Osterkarten, die in vielen Gemeinden den Menschen nach Hause gebracht werden.

Vieles fällt weg, aber vielleicht ist die Ruhe an den Feiertagen auch eine wohltuende Unterbrechung und eröffnet die Möglichkeit, sich dieses Jahr ernster und intensiver mit der österlichen Hoffnungsbotschaft auseinanderzusetzen. Wann wenn nicht jetzt brauchen wir die Zusage des Auferstandenen: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ (Johannes 14,19)

In diesen Tagen wird viel über mögliche Exit-Strategien gesprochen – Exit als Bezeichnung für die schrittweise Rücknahme der momentanen Beschränkungen.

Die Auferstehungshoffnung ist so etwas wie die christliche Exit-Strategie – Exit aus Trostlosigkeit und Todesangst. Gott ist stärker als der Tod. Nicht Krankheit und Tod erwarten uns am Ende, sondern neues, ewiges Leben. Mir das an Ostern vielleicht noch bewusster als sonst zu machen, ist für mich der dringend ersehnte Trost und Hoffnungsschimmer in einer schwierigen Zeit.

Pfarrer, Emanuel Fritz, Dekanin-Stellvertreter

Gottesdienste und Angebote im Internet