Es ist Sommer

Wir freuen uns und genießen den Sommer in seiner Pracht und Fülle. Zeitweise leiden wir auch unter der Hitze, die drückt und das Arbeiten, Gehen und Atmen schwer macht. Und doch: der Sommer erfreut. Die Fülle der Früchte ist zu entdecken. In unserm Garten ernten wir die ersten Tomaten und wir genießen sie mit viel Freude und Dankbarkeit. Es ist zum Staunen, wie die Früchte gewachsen sind und reif werden. Die Getreidefelder sind leer und die Frucht wird verarbeitet, dass Brot gebacken werden kann.

Es ist Sommer. Wir spüren im Sommer wie ein Geschenk das Wachsen und Reifen, die Wärme und die Sonne. Können wir das Leben als ein Geschenk erleben, so spüren wir, was Gnade ist: es wird uns gegeben – ganz umsonst. Und doch merken wir, wie die Last der Hitze drückt, so belastet uns in diesem Leben so vieles: wie Krankheit, Enttäuschung, Trennung, Konflikte und Kriege. Und doch ahnen wir die Fülle des Wachsens und Reifens.

Es ist Sommer – Paul Gerhardt ermutigt uns in seinem Sommerlied, die Freude des Sommers im Herzen zu suchen und auch zu genießen. Eng verbunden mit dieser Freude ist die Bitte an den Barmherzigen, dass der Sommer seiner Gnade uns zuteilwerde, so dass wir die Früchte des gnädigen Wirkens Gottes wahrnehmen: Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. (Epheser 5,9) Einen Sommer aus Gottes Gnaden wünsche ich uns:

„Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
dass ich dir stetig blühe;
gib dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe.“ (Paul Gerhardt EG 503,13)

Dekan Hans Scheffel, 28.07.15