Erntezeit – Herbst

 

Auf unserem Nussbaum hängen viele Nüsse. Seit einigen Tagen fallen sie herunter und wir lesen täglich einen kleinen Eimer Nüsse auf. Wir breiten sie auf der Fensterbank zum Trocknen aus und sehen die Nüsse bei unseren Mahlzeiten. Meine Frau und ich staunen über die vielen Nüsse, wir freuen uns, dass wir so reich beschenkt werden und anderen aus dem Reichtum Nüsse weiter schenken können. Abends knacken wir manche und genießen mit viel Freude und Dankbarkeit die Nüsse.

Der Herbst öffnet die Augen und das Herz zum Sehen und Staunen. Wer staunt, wird in dem Wissen gestärkt, dass das Leben von Saat und Ernte abhängig ist. Alle Menschen leben von Gaben, die sie bekommen und ganz selbstverständlich annehmen. Zu allen Zeiten wussten Menschen, dass hinter dem Geheimnis von Saat und Ernte sich Gottes Schöpferkraft verbirgt.

Immer, wenn Menschen zu Tisch beten, staunen sie, dass sie zu essen haben, und danken Gott für die Gaben der Schöpfung.

Matthias Claudius hat dieses Wissen wunderbar in Worte gefasst:

„Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!“ (EG 508 – Kehrvers)

Dekan Hans Scheffel