Vielleicht auch den Kopf schütteln und sagen: Hungern muss doch bei uns in Deutschland niemand. Nahrung ist Gott sei Dank im Überfluss vorhanden. Dennoch gibt es Hunger - auch bei uns.
Neben dem Hunger, der durch Essen und Trinken zu stillen ist, kennen wir auch noch anderen Hunger: Hunger nach Anerkennung, nach Zufriedenheit, nach Ruhe in einer hektischen Welt…
Das Neue Testament berichtet uns in einer Geschichte vom Hunger - und dem Wunder des Teilens. Eines Tages, so heißt es, waren 5000 Menschen versammelt, die hatten den ganzen Tag nichts gegessen. Doch alles, was für sie aufgetrieben werden konnte waren fünf Brote und zwei Fische. Jesus segnete das Essen und die Jünger teilten es aus. Und auf wunderbare Weise - oder auch, weil jetzt endlich alle bereit waren, zu teilen - wurden alle Menschen satt.
Wir feiern das Erntedankfest und sind eingeladen, Gott für die Früchte der Felder, der Gärten und unseres Lebens zu danken. Jesus lädt uns ein zu seinem Fest und füllt uns die Hände. Er fordert uns aber auch dazu auf, zu teilen, abzugeben von unserem Reichtum und auf die zu achten, die hungern - nach Nahrung, aber auch nach einem guten Wort, nach Trost, nach Gemeinschaft.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass das Wunder des Teilens weitergeht!
Dekanin Christiane Glöckner-Lang



