Vielleicht runzeln Sie jetzt die Stirn. Was heißt hier „endlich“, es regnet doch schon die ganze Zeit. Der Herbst hat kaum begonnen und schon zwei Regenschirme irgendwo stehen lassen, schon dreimal beim Hundausführen bis auf die Haut nass geworden. Gespräche über das Wetter sind – glaubt man Statistiken – das liebste Gesprächsthema der Deutschen. Und: wir haben immer was zu meckern. Im Sommer zu heiß und zu trocken und kaum fängt es an zu regnen, ist es auch nicht recht.
Umkehrgedanken: immer wenn mir das Jammern über das Wetter auf der Zunge liegt, immer wenn mich eine anspricht und über das Wetter schimpft, umdenken. Endlich regnet es! Nein, Regen ist nicht immer schön, aber was täten wir ohne ihn. Danke für den Regen, guter Gott.
Es wird jetzt immer erst so spät hell und so früh dunkel. Aber welch ein Glück, dass wir nur den Lichtschalter betätigen müssen, um nicht im Dunkeln zu stehen. Danke für den Strom, guter Gott!
Es ist morgens schon richtig kalt, brr. Danke, guter Gott, dass ich eine warme Jacke habe und nicht frieren muss!
„Finden Sie nicht auch, dass das Wetter heute ziemlich scheußlich ist?“ Danke, guter Gott, dass du mir immer wieder einen anderen Blick auf die Dinge schenkst!
Pfarrerin Annette Röhrs



