Eins, zwei, drei – die Ferien sind vorbei!

 
Kennen Sie den? Klopft die Mutter an die Zimmertür. „Du musst aufstehen!“, ruft sie. Von drinnen antwortet der Sohn: „Ich will nicht. Ich will weiterschlafen!“ Darauf die Mutter: „Aber die Ferien sind vorbei! Du hast heute wieder Schule!“ Die Antwort: „Ich will aber nicht in die Schule!“ Die Mutter ruft entgeistert: „Aber du bist der Lehrer!“

Auf der einen Seite gibt es viele Klischees, was den Lehrberuf angeht. Vielleicht mischt sich ein bisschen Neid dazu. Viel Freizeit, munkelt man, und natürlich die vielen Ferien. Immerhin 14 Wochen im Jahr. Das ist ein Pfund!

Andererseits: das Schuljahr startet mit 750 fehlenden Lehrerinnen und Lehrern. Das bedeutet: jeder muss ein bisschen mehr anpacken, damit kein Unterricht ausfällt. Oder eben mehr Kinder unterrichten, weil die Klassen deshalb größer werden. Mehr Korrekturen, mehr Verwaltung...

Vergessen wir bei allen Klischees aber nicht, welch hohe Verantwortung Lehrerinnen und Lehrer heute haben! In vielen Schulen ist der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund bereits sehr hoch. Hier wird es sich entscheiden, wie unsere Gesellschaft in Zukunft aussieht. Wie in Chemnitz oder anderen Städten, wo man mit dem Hitlergruß durch die Straßen marschiert. Oder weltoffen und in Vielfalt vereint. Wahrhaft eine große Verantwortung.
 
Möge Gott allen Lehrerinnen und Lehrern Kraft und Phantasie schenken für diese große und wichtige Aufgabe, unsere Zukunft zu bauen!
 
Schuldekan Gunnar Kuderer