Ein fröhliches Fest?

Ein fröhliches Fest?

Immer wieder sind es die widerstrebenden Bilder, die mich nachdenklich stimmen. Fröhlich und ausgelassen feiernde Fans, die miteinander jubeln und einfach nur Spaß haben am Fußball. Fans, die auf dem Weg ins Stadion mit Fans aus anderen Nationen Kontakte knüpfen und Barrieren hinter sich lassen, als gäbe es sie nicht. Dann aber auch wild prügelnde Horden, die aus schierer Lust am Zerstören Stühle durch die Gegend werfen und auf Menschen, die am Boden liegen, treten. Dazu die ständig unterschwellig vorhandene Angst vor Terroranschlägen...

Ist es nun ein fröhliches Fest: die Fußballeuropameisterschaft in Frankreich?

Ich will mich auf jeden Fall nicht unterkriegen lassen von schrecklichen Bildern oder von der Angst! Ich will mich freuen an fröhlichen Bildern!

Und ist das Leben nicht auch so? Ein ewiges Zusammenspiel von fröhlichen Momenten und traurigen Tagen.

Da kommt mir das bekannte Gelassenheitsgebet in den Sinn: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Schuldekan Gunnar Kuderer