Ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie still es wird, wenn eine Landschaft allmählich vom Schnee bedeckt wird? Es ist, als blende die weiße Pracht all die gewohnten Geräusche des Alltags aus. Es ist ein herrliches Gefühl, durch die tief verschneite Landschaft zu stiefeln und nur den eigenen Atem und das knirschende Geräusch der Füße zu hören.
Weniger Spaß macht, was die Beschränkungen der Corona-Pandemie mit unserem Alltag machen. Auch hier wird alles ausgeblendet, was vor Wochen oder Monaten noch normal gewesen ist: das unbeschwerte Flanieren in den Einkaufsmeilen, der Besuch eines Konzertes, auf den man sich lang gefreut hat, Fußball im Stadion statt auf dem Sofa – und was vor allem die Jüngeren vermissen: sich treffen, erzählen, Musik hören, ins Kino gehen, einfach mal so richtig feiern... Und diese kleine Liste ist nur der Anfang.
Manchmal gibt es lange und harte Winter, früher noch häufiger als heutzutage. Aber was gewiss ist, egal wieviel Schnee vor der Haustür liegt und wie frostig die Temperaturen sind: der Schnee taut und irgendwann kommt der Frühling. Eine ganz andere Stimmung: Fröhlichkeit macht sich laut und vertreibt die Stille des Winters. Ein schönes Bild dafür, was auf uns wartet, wenn wir nur geduldig genug die Beschränkungen ertragen, um das Virus allmählich zurückzudrängen: eine Zeit wird kommen, in der wir wieder unbeschwert Mensch sein können, so richtig Mensch ...
Schuldekan Gunnar Kuderer



