Es ist gut, dass wir im Reformationsjubiläumsjahr nicht nur Martin Luther, sondern auch die Bibel in den Mittelpunkt stellen. Von Luther habe ich neulich folgendes Zitat über die Bibel gelesen: „Ich hab nun 28 Jahr, seit ich Doktor geworden bin, stetig in der Biblia gelesen und daraus gepredigt. Doch bin ich ihrer nicht mächtig und find noch alle Tage etwas Neues darin“. Das kann ich unterschreiben.
Die Bibel ist ein Buch, das man nie ausliest. Sie spricht mich immer wieder neu an und spricht hinein in meine aktuelle Lebenssituation.
Als Kind haben mich besonders die Geschichten im Alten Testament fasziniert. Jona und der Wal. Daniel in der Löwengrube. Mose auf dem Sinai. Im Studium haben mich die Paulusbriefe stark angesprochen. Was bedeutet das, wenn etwa im Römerbrief steht, „der Gerechte wird aus Glauben leben“? Im Religionsunterricht in der Grundschule hören die Kinder heute gerne zu, wenn ich von Jesus erzähle. Sie lieben die Wundergeschichten. Wertvoll sind mir im Lauf der Zeit aber vor allem auch die Trostworte der Bibel geworden. „Fürchte dich nicht!“ – so beginnt mein Konfirmationsspruch und wie oft habe ich mir dieses Wort schon vorgesagt, um Mut und Kraft zu schöpfen in schwierigen Lebenssituationen.
In diesen Tagen feiern viele die ökumenische Bibelwoche – 2017 stehen die Texte des Evangelisten Matthäus im Mittelpunkt. Ich wünsche mir, dass wir immer wieder Gelegenheiten finden und nutzen, die Bibel aufzuschlagen. Beim gemeinsamen Lesen und Diskutieren in der Bibelwoche, in den Gottesdiensten zum Reformationsjubiläumsjahr oder auch in der Stille zu Hause. Mir Zeit nehmen, Zeit für Gott, Zeit für sein Wort an mich. Hineingesprochen in mein Leben.
Christiane Glöckner-Lang, Dekanstellvertreterin



