Gemischte Gefühle. Meine Mutter war immer froh, wenn die Ferien vorbei waren und wir Kinder endlich wieder beschäftigt. Das geht heute wohl manchen Eltern immer noch so! Für die ganz Kleinen beginnt der „Ernst des Lebens“. Manche Jugendliche freuen sich, dass sie endlich wieder ihre Schulkameraden treffen. Manche zählen mit Schrecken die letzten Tage und freuen sich auf alles – nur nicht auf die Schule.
Schade eigentlich, dass viele junge Menschen erst später im Leben merken, was Schule wirklich ist. Zum einen: eine Zeit der Geborgenheit. Das Leben ist geregelt. Die Freizeit ist geregelt. Das Wochenende ist freie Zeit. Die Tochter meiner Nachbarin, die zur Ausbildung morgens um sechs aus dem Haus muss und manchmal erst abends um sechs heimkommt, kann ein Lied davon singen und merkt jetzt erst, wie schön die Schulzeit gewesen ist. Und zum anderen: Bildung ist der einzige wirkliche Rohstoff, den es in Deutschland gibt... Das musste auch mein Bruder merken, der beruflich erst aufsteigen konnte, weil er als Schüler keinen guten Abschluss machte und später alles auf der Abendschule nachholen musste...
Vergessen wir also nicht, was ein kluger Kopf einmal sagte: Nicht für die Schule – für das Leben lernen wir!
Schuldekan Gunnar Kurderer



