Beschenkt und gesandt

Am Abend sitzen die Jünger zu später Stunde hinter verschlossenen Türen und haben Angst. So berichtet es der Evangelist Johannes. Doch dann wird alles anders: Der Auferstandene tritt - einfach so  - durch die verschlossenen Türen und stellt sich mitten hinein vor die verschreckten Gesichter. Doch was wird er sagen? Reißt euch zusammen, wovor habt ihr eigentlich solche Angst? Nein, ganz andere Worte hat der Auferstandene für seine Jünger: „Friede sei mit euch!“ In diesem Moment beginnt der Umwandlungsprozess. Es heißt, die Jünger wurden froh! „Da sprach er abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch! Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist!“ (Joh 20, 22). So werden die Jünger schließlich vor die Türen geschickt – beschenkt mit seiner Kraft und gesandt in die Welt.

Verängstigte Menschen, verschlossene Türen – auch wir konnten das in den letzten Wochen erleben. Rückzug in die Häuser. Lockdown.

Am heutigen Pfingsttag tritt der Auferstandene gleichfalls in unsere Mitte und ruft uns zu: Friede sei mit euch! Friede euren aufgeschreckten Seelen! Mit seiner Geistgabe, mit seiner Kraft, schauen wir nach vorne und bitten: Rüste uns aus, hilf uns kreativ zu werden und Neues zu wagen. Verwandle Angst und Resignation in Freude und Mut zum Aufbruch!

Herr, sende deinen Heiligen Geist!

Ein gesegnetes Pfingstfest wünscht Ihnen Ihre Dekanin Christiane Glöckner-Lang