April 2023

 
Meditation zum Osterfest
Das bunte Kreuz in Gemmingen
Ein buntes Kreuz – im Gemeindehaus in Gemmingen
 
Es zeigt, wie das Kreuz ein Durchgangsweg ins Bunte wird. Die Enge des Leidens und Sterbens wird durchbrochen. Deutlich wird, wie Gott durch Jesus von Nazareth wirkt, dass sein neues Leben erscheint und er zu Jesu Christi wird. Jesus erleidet die Enge des Todes, um in die Weite des ewigen und göttlichen Lebens hindurch zu dringen.

Gott öffnet einen neuen Lebensraum und der Auferstandene wird zum Christus. Er ist mit Gott verbunden. Sein Geist wirkt in dieser Welt wie im Himmel Gottes. Das hoffen und erbeten wir. Der Geist Gottes soll mehr und mehr um sich greifen. Das Leben soll bewahrt werden und wir sollen achtsam mit dem Leben umgehen wollen. 

In Offenbarung Kapitel 1 Vers 18 wird das Wirken Gottes sehr bildhaft ausgedrückt.
Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Jesus Christus hat nun eine Art „Generalschlüssel“. Ein Generalschlüssel ist eine feine Sache. Er passt überall. Umständliches Suchen nach anderen Schlüsseln entfällt. Wer den Generalschlüssel besitzt, hat Macht. Jesus Christus wird uns als einer vorgestellt, der einen Generalschlüssel in der Hand hat. Dieser passt in die Schlösser der Türen von Räumen, hinter denen sich die Abgründe des Lebens verbergen: der Tod und die Hölle.

Mit Schlüsseln können wir zweierlei: Es lässt sich auf- und es lässt sich abschließen. Wir würden uns wahrscheinlich wünschen, dass der Raum des Todes und der Hölle für uns schon fest abgeschlossen wäre. Da wollen wir nicht hin. Doch das Sicherste im Leben ist der Tod, heißt es sogar im Sprichwort. Diese Tür ist offen in eine Richtung. Wir werden in den Raum des Todes geraten - und Jesus Christus kommt und schließt uns wieder auf. Wir werden in der Geborgenheit Gottes leben können.

Dieses Leben in der Geborgenheit Gottes können wir schon im Hier und Jetzt erfahren.
Die Verbindung zu Gott durch Jesus Christus ist dabei das Wesentliche.
Wir sind geborgen in Gottes weitem Herz der Barmherzigkeit und wir können uns lieben lassen: Wenn ich in den Himmel blicke, das satte Blau des Himmels und das Weiß der Wolken anschaue, träume ich mich manchmal in den Himmel Gottes hinein.

Ich denke, wie schön muss dieser „Raum“ sein.  Gottes Reich umschließt die Macht der Menschen auf Erden. Jesus Christus öffnet unser Herz mit seinem Schlüssel, damit wir aus der Enge unseres Denkens in die Weite der Liebe Gottes kommen. So hoffe ich für alle Kriegstreiber, dass Ihnen diese Wirkweise Gottes das Herz aufschließt durch Menschen, die ihnen mutig begegnen.

Wir sind nicht mehr eingeschlossen in unsere engen Vorstellungen. Die Perspektive der Liebe Gottes stellt uns auf weiten Raum.  Wir können Friedenswege üben, Jahr für Jahr auf dem Weg zum Osterfest, um aus der Enge menschlichen Machtdenkens heraus in die weite und bunte Welt Gottes zu treten. Wenn es dann im Alltag Not wendet, können wir mutig auf allerlei Wegen heilsam eintreten gegen die Zerstörung des Lebens. 

In diesem Sinne wünsche ich ein gesegnetes und frohmachendes Osterfest.

Bettina Roller
Pfarrerin
Vertretung in der Seelsorge in Gemmingen 
und im GRN-Krankenhaus in Sinsheim
 
 
 
 

Meditation zur Jahreszeit

April 2023

„Brannte nicht unser Herz in uns,
da er mit uns redete auf dem Wege?“
(aus Lukas 24,32)

Zwei Männer sind unterwegs. Sie wollen weg von dem Ort, an dem ihre Hoffnung gestorben ist. Jesus ist tot! Noch können sie es nicht fassen, dass dies alles wirklich passiert ist. So sehr hatten sie gehofft und geglaubt, „er sei es, der Israel erlösen werde.“ (Vers 21)
Auch dem Fremden, der sich zu ihnen gesellt, erzählen sie davon. Es tut gut, sich diesem Fremden zu öffnen, mit ihm ihre Enttäuschung und ihre Mutlosigkeit zu teilen.
Es wird Abend und die drei setzen sich miteinander an den Tisch. Der Fremde teilt das Brot, spricht das Dankgebet. „Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn“, so beschreibt es der Evangelist in Vers 31.
Auch mein Unterwegssein kennt Zeiten des Abschieds, des Schmerzes, der Mutlosigkeit. Das Herz ist schwer und das Weitergehen mühsam. Dann mag ich nicht aufsehen und sehe keine Zukunft. Und ich bleibe „traurig stehen“.
Da gesellt ER sich an meine Seite, spricht zu mir durch die vertrauten Worte der Losung, des Predigtwortes, eines Liedes. Mein Herz wird mit einem Mal von Hoffnung erfüllt, die ausstrahlt und weiterwirkt.
 Ja, Christus ist doch bei mir! ER ist auferstanden, wie er gesagt hat. Und er geht meine Wege mit. Das muss ich erzählen. Wie die Jünger damals.
„Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege?“
Ich wünsche Ihnen ein gesegnete Zeit

Ulrike Walter, Pfarrerin in Epfenbach