Alles hat seine Ordnung!

Im Speicher wohlverstaut in einem alten Schrank: der Stern für das Fenster, der Schwibbogen für das andere Fenster, die zusätzlichen Verlängerungskabel und Zeitschaltuhren für die Lichter, die Pyramide, die ganze Dekoration. Dazu noch schnell einen neuen Adventskranz gekauft und ein Gesteck für die Tür – und dann dauert es nicht lange und das Haus ist schön adventlich geschmückt. Es duftet nach frischem Tannenreisig, nach Zimt und Koriander, und die vielen elektrischen Lichter machen die Wohnung schön heimelig, wenn es draußen langsam dunkel wird.

Alles ist ordentlich aufgeräumt und hingeräumt. Alles hat seine Ordnung!

Aber dann komme ich ins Grübeln. Warten auf Weihnachten – hat Gott denn mit diesem Fest nicht unsere ganze Ordnung auf den Kopf gestellt? Nichts mit Staatsempfang und königlicher Hochzeit, mit Feuerwerk und Festbankett – in einem ärmlichen Stall kommt das Jesuskind zur Welt, in eine Krippe wird es gelegt, gebettet auf Stroh. Bei mir hat alles seine Ordnung – aber Gott stellt die Ordnung der Welt auf den Kopf.

Vielleicht sollte ich doch wieder einmal darüber nachdenken, wo es in meinem Leben zu viel Ordnung gibt, zu viel Trott, zu viele eingefahrene Meinungen und Ansichten ... Weihnachten durchkreuzt den Trott und die Starrheit!

Schuldekan Gunnar Kuderer