Wieder steht Weihnachten vor der Tür. Wieder ist das Jahr schon bald vorüber. Es lagen große Hoffnungen auf diesem Jahr, dass wir die Pandemie dank der Impfungen hinter uns lassen könnten. Doch nach einem relativ unbeschwerten Sommer ist der Herbst und damit die Pandemie wieder zurück. Wieder trifft sie uns mit voller Wucht. Manche denken entnervt: „Hört das denn nie auf? Ich habe keine Lust mehr, mich einzuschränken.“ Andere haben große Angst, vor allem um die Alten und Vorerkrankten: „Wieviele Tote wird die vierte Welle fordern? Wird es noch Platz auf den Intensivstationen geben, wenn mir oder einem meiner Lieben etwas zustößt?“
Am Ende bleibt zu hoffen, dass unsere Gesellschaft in der Krise zusammenwächst und nicht weiter auseinanderfällt. Die größte Herausforderung wird sein, nicht zynisch oder gleichgültig zu werden: „Es hat ja alles eh keinen Sinn. Mich wird es schon nicht treffen.“ In dieser dunklen Jahreszeit ist die Gefahr groß, dass wir uns von unseren dunklen Gefühlen beherrschen lassen und uns der Einsamkeit, der Depression und der Resignation hingeben. Darum liegt das Weihnachtsfest nicht zufällig in der dunkelsten Zeit des Jahres. Die Adventszeit, in der wir uns auf Weihnachten vorbereiten, ist gedacht als Zeit der Öffnung für die Hoffnung. Wir dürfen hoffen, dass wir und unsere Lieben gesund bleiben oder wieder gesund werden. Wir dürfen hoffen, dass wir im nächsten Frühjahr wieder ohne Angst vor Ansteckung Kontakte pflegen können. Kurz: Wir dürfen hoffen auf ein Licht am Ende des Tunnels, auch wenn wir noch nicht wissen, wie lange der Tunnel am Ende sein wird.
Für Christinnen und Christen ist Jesus das Licht am Ende des Tunnels. Und er ist das Licht, das uns auf dem Weg durch den Tunnel begleitet, tröstet und Hoffnung schenkt. Egal, wie schwierig und dunkel die Zeiten sein mögen. Durch Jesus Christus wissen wir: Gott ist mit uns. Es gibt immer Grund zur Hoffnung.
Auch wenn in diesem Jahr wieder vieles anders ist als gewohnt – die Weihnachtsfreude darüber, dass Gott uns in Jesus Christus ganz nahe gekommen ist, bleibt die gleiche. Darum sind wir eingeladen, uns in der Adventszeit bewusst Zeit und Raum zu nehmen, um der weihnachtlichen Freude über die Geburt Jesu Christi nachzuspüren. Wir sind eingeladen, auf die Treue Gottes zu setzen, der uns aus dieser Krise herausführen wird.
Bleiben Sie gesund und behütet!
Dekanin Christiane Glöckner-Lang



