Das Geheimnis der Sonnenblumen
Dekanin Glöckner-Lang mit neuen Perspektiven für den Sommer
Sonnenblumen haben ein Geheimnis, sie wenden sich in der Nacht dem Osten zu, sie vertrauen darauf, dass der Morgen kommt und Licht schenkt.

Es hat lange gedauert. Sie mussten eben erst ein ordentliches Stück in die Höhe wachsen. Aber jetzt endlich blühen sie: Die Sonnenblumen in meinem Garten.
Und nicht nur dort. Überall auf den Feldern und in den Gärten leuchtet es gelb.
Mir machen die Sonnenblumen schon bei Anschauen gute Laune, sie sehen aus wie lauter freundliche Gesichter.
Und: Sie haben ein Geheimnis! Biologen haben herausgefunden, dass sich junge Sonnenblumen mitten in der Nacht ganz langsam wieder zurück nach Osten drehen. Sie warten also nicht passiv ab, bis die ersten Sonnenstrahlen sie wärmen. Sie bereiten sich schon in der Nacht auf das Licht vor. Sie vertrauen einfach darauf, dass der Morgen kommt und sind dann am nächsten Morgen bereit, sich dem Licht neu entgegenzustrecken. Ich finde das ist ein starkes Bild.
Eine Haltung, die nicht passiv ist, sondern aktiv, erwartend. Ganz ähnlich wie der Psalmbeter es in Psalm 121 beschreibt, wenn es heißt: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“
„Ich hebe meine Augen auf…“ das ist auch mehr als eine bloße Bewegung. Es ist eine innere Entscheidung: Den Blick zu heben, weg vom Dunkel, weg von dem, was niederdrückt – hin zu Gott, dem „Licht der Welt“ (Johannes 8,12). Das nehme ich mir vor für die Wochen des Sommers – und gerne auch danach. Ich möchte die Haltung der Sonnenblumen einnehmen, meinen Blick nach oben lenken, das Licht erwarten. „Ich hebe meine Augen auf…“- Das schenkt doch völlig neue Perspektiven.
Einen schönen Sommer wünscht Ihnen Ihre Dekanin Christane Glöckner-Lang




